US Immobilienblase 2007

Die Finanzkrise begann 2007 als Bankenkrise und Wirtschaftskrise. Auslöser hierfür war die US-Immobilienkrise, auch als Subprimekrise bezeichnet. Sie war unter anderem Folge des spekulativ aufgeblähten Wirtschaftswachstums sowie einer US-Immobilienblase. Zudem brachten das Platzen der Immobilienblase auch andere Länder wie beispielsweise Spanien in Bedrängnis. Zunächst äußerte sich die Wirtschaftskrise weltweit in Verlusten sowie Insolvenzen von Firmen der Finanzbranche. Den vorläufigen Höhepunkt erreichte die Finanzkrise im September 2008 durch den Zusammenbruch der US- Großbank Lehman Brothers. Diese Wirtschaftskrise veranlasste einige Staaten, große Finanzdienstleister wie zum Beispiel die American International Group, UBS, Freddie Mac, die Commerzbank oder Fannie Mae durch große staatliche Eigen- und Fremdkapitalspritzen am Leben zu erhalten. Um den Kreditinstituten billiges Geld geben zu können, wurden die Diskontsätze sehr niedrig gehalten beziehungsweise auch noch weiter gesenkt.

Folgen für die Realwirtschaft

Die Finanzkrise übertrug sich dann auch auf Produktionssenkungen sowie Unternehmenszusammenbrüchen auf die Realwirtschaft. So mussten viele Unternehmen, wie unter anderem der Autohersteller General Motors Konkurs anmelden und Mitarbeiter entlassen. Es stieg die sowieso hohe Staatsverschuldung einiger Staaten krisenbedingt massiv an. Der Internationale Währungsfonds schätze im April 2009 die Wertpapierverluste weltweit, infolge der Wirtschaftskrise auf etwa vier Billionen US-Dollar. Im Oktober 2009 wurde, nachdem sich die Finanzmärkte beruhigen konnten, eine Staatsschuldenkrise in Europa sichtbar. Es begann, nachdem die Griechen ihre wahre Finanzlage offenlegten und zudem um Hilfspakete von EU und IWF baten, damit die Staatsinsolvenz vermieden werden kann. Es ist belegbar, dass gerade die gestiegenen Verschuldungen einiger Staatshaushalte teilweise dafür verantwortlich waren, dass sich die griechische Finanzkrise so einfach auf weitere Eurozonen-Staaten ausweiten konnte.

Der Wirtschaftskrise ging weltweit ein vergleichsweise niedriger realer sowie nominaler Zinssatz voraus. Nach der geplatzten Blase der New Economy betrieb die US-Notenbank FED eine Niedrigzinspolitik, da die US-Börsen niedrig waren. Damit wollten sie die US-Konjunktur stimulieren. Das ermöglichte wieder eine Preisblase, aber diesesmal am Immobilienmarkt. Die Immobilienblase, deren platzen als direkter Anlass für die ausbrechende Banken- und Finanzkrise gilt, war im Jahr 2007 eigentliche Ursache. Die weltweit reichlichen Ersparnisse suchen auf den Finanzmärkten nach Rendite und führten letztendlich zu einer Unterschätzung, der durch Kredite entstehenden Risiken. China legte seine Erlöse aus dem Exportüberschuss innerhalb der USA in US-amerikanische Staatspapiere an, was zur Senkung der Effektivverzinsung der Staatspapiere führte. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich stellt stellte im Juni 2008 in ihrem Jahresbericht fest, dass Zentralbanken der fortgeschrittenen Ländern wegen der niedrigen Inflationsraten die Leitzinsen sehr lange niedrig hielten. Die Politik der niedrigen Zinsen begründete die USA auch damit, dass die Deflation die hoch verschuldeten Unternehmen und Haushalte sehr stark belasten würde. Die niedrigen Zinsen hatten nicht zu der Abwertung der Währung in diesen fortgeschrittenen Staaten geführt, da die aufsteigenden Volkswirtschaften gegen die Aufwertung ihrer Währung waren.

Am 09. Dezember 2008 hat die Weltbank die Prognose für das weltweite Wirtschaftswachstum 2009 gesenkt. Da sie lediglich noch ein weltweites Wachstum von 0,9 Prozent erwartete. Im Gegensatz zum Jahr 2008 als noch 2, 5 Prozent verzeichnet wurden. Die Weltbank senkte am 11. Juni 2009 ihre Prognose erneut und zwar von zuvor -1,75 Prozent auf -3 Prozent. Somit fällt die jüngste Konjunkturprognose noch deutlich negativer aus, als das was von der Schwesterorganisation „Internationaler Währungsfonds“ prognostiziert wurde. Es wurde mit der schlimmsten Wirtschaftskrise gerechnet, die seit der „Großen Depression“ der 1930er Jahre folgen sollte. Neben dem Rückgang des globalen Handelsvolumens waren gerade auch die Exportmöglichkeiten der Entwicklungsländer in reiche Staaten betroffen. In einer Prognose vom 03. November 2008 rechnete die EU-Kommision für das Jahr 2009 und Ländern der Eurozone lediglich noch mit einem sehr geringen Wachstum von 0,1 Prozent. Die Prognose verschärfte sich am 19. Januar 2009 auf -1,8 Prozent für alle Länder der EU. In seiner Prognose erwartete der Internationale Währungsfonds von November 2008 für das Jahr 2009 die erste globale Rezession seit Beginn des Zweiten Weltkrieges. Die Projektgruppe „Gemeinschaftsdiagnose“ veröffentlichte am 23. April 2009 ihre mittelfristige Prognose bis zum Jahr 2013. Diese Institute erwarteten demnach für das Jahr 2009 einen BIP Rückgang von 6 Prozent sowie für das Jahr 2010 von 0,5 Prozent. Bis zum Jahr 2013 dürfte laut Einschätzung das BIP wieder das Niveau vom Jahr 2008 erreicht haben.

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